3. Etappe: Ohne Moos nix los

Blog2.jpgRedewendungen, Sinnsprüche, komprimierte Erfahrungen. Jeder, der sie liest, hat so seine Vorstellungen dazu. Wer bei „ohne Moos“ nicht an gähnende Leere im Geldbeutel denkt, ist bestimmt Feng Shui-Meister oder Florist. Moose haben allerlei nützliche Eigenschaften, verbessern das Raumklima und sehen in Blumenarrangements auch sehr schön aus.

So Sprüche … was die bewirken können?! Welchen Effekt wird es wohl haben, wenn es heißt: “Beiß doch mal die Zähne zusammen!“ Während der Sportübertragungen haben Reporter das ganz oft gesagt. „Jetzt beißt er noch mal richtig…“. Nee, liebe Kollegen, das glaube ich nicht. Ich bin ganz sicher, wenn ein Athlet noch mal alle Kräfte mobilisiert, denkt der nicht ans Zähnezusammenbeißen. Probier es selbst mal aus. Streng Dich an bei irgendetwas, laufe schnell, stell in Windeseile alle Zutaten für den Kuchen zurecht, Staubsauge, was das Zeug hält. Es ist ganz gleich, womit Du das prüfst. Beißt Du dabei die Zähne zusammen, verkrampft Dein ganzer Körper. Meist drückt es den Kopf auf die Brust, die Atemwege werden enger, alles ist anstrengend, viel schwerer als gerade eben.

Wer läuft und noch mal so richtig einen raus lassen möchte, denke an Äthiopier, an ihre Eleganz beim Laufen, die ausladenden Schritte, die Wahnsinnsgeschwindigkeiten, reine Ästhetik. Und, wie fühlt sich das an? Niemand braucht zusammengebissene und am Ende gar abgebrochene Zähne, wenn er schnell laufen will. Wenn es gilt, ein Ziel zu erreichen, möchte man pfeilschnell sein, Siebenmeilenschritte machen, Fliegen.

Wer den Budenschwung in Rekordzeit genauso ordentlich wie immer schaffen will, denkt am besten, … ach, das schafft ihr schon. Es wird ein gutes, ein passendes, ein motivierendes Bild sein. Und jetzt nicht an einen gelben Elefanten denken. Tschuldigung.

Was so dahin geredet wird, hat auf einmal einen positiven, optimistischen Sinn. Faszinierend.