19. Etappe: Ideen für einen noch schöneren Himmelswegelauf

Als begeisterte Hobbyläuferin hatte ich mir den Himmelswegelauf wegen der Medaille ausgesucht. Die Himmelsscheibe ist ohne Zweifel die weitundbreit schönste Medaille, die sich ein Laie national erlaufen kann. Die Flyer zum Lauf lagen beim OberelbeMarathon in Dresden aus und auch in Frankfurt zur Laufmesse, dort zusätzlich mit einem Frühbucherrabatt versehen. Jetzt gab es also wirklich keinen Grund mehr, das Vorhaben zu verschieben. Gesagt getan und gefeiert.
Da der Himmelswegelauf auf vielen relevanten Veranstaltungen für die Läuferszene beworben wird, schließe ich daraus, dass die Veranstalter nichts dagegen hätten, wenn sich in jedem Jahr mehr Läufer für die Himmelswege begeistern könnten. Doch warum findet der Lauf in der Stadt Naumburg werblich überhaupt nicht statt? In jedem Schaufenster wird für das Kirschfest geworben. Keine Spur vom Marathon. Auch die kürzeren Läufe oder die Jedermann-Radtour werden an keiner Stelle erwähnt. Das ist sehr schade.
In Naumburg gibt es gewiss Sportler, Personaltrainer, Fitnesstempel, die sich an der Aktion beteiligen könnten. Gaststätten könnten ein Marathon-Menü anbieten. In Berlin hab ich ein solches an den Hackeschen Märkten genossen. Am Ende war es doch auch nichts anderes als eine lecker angerichtete Pasta-Schüssel. Doch was soll´s? Der Spaß war da. Die Tische waren voll. Die Läufer haben sich angenommen gefühlt. So etwas klappt doch nicht nur in der Hauptstadt?

Auf dem Naumburger Marktplatz stattdessen bedurfte es Diskussionen mit der Toilettenfrau, damit Läufer vor dem Lauf ihrer Aufregung gratis freien Lauf lassen durften. In der Stadt selbst schien niemand zu wissen, dass es einen wirklich reizvollen Landschaftslauf gibt, den nicht nur Naumburger Läufer absolvieren.
Apropos Läufer: Die Gespräche am Start drehten sich natürlich auch um die Strecke und ihr Profil. Das ist das wohl am besten behütetste Geheimnis. Die einen fanden es spannend, auf eine unbekannte Piste zu gehen, andere hätten doch gerne etwas gewusst. Ich auch. Erlebt habe ich dann 30 sanfte und 12 heftige Kilometer. Während beim vergleichbaren Oberelbemarathon (OEM) die ersten 10 Kilometer die meisten Höhenmeter haben, sind es bei den Himmelswegen die letzten 12, die es in sich haben. Über die Lauf-App hab ich insgesamt etwa 300 Höhenmeter registriert.
Versorgt wurden wir an der Strecke sehr professionell und fürsorglich. Dafür allen Helfern ein ganz großes Dankeschön. Auf der Shuttle-Rückfahrt von der Arche nach Naumburg verwunderte mich allerdings ein Einheimischer mit den Worten: “Wir haben es hier gerne sehr ruhig. Mehr Menschen sollten gar nicht kommen.“ Wirklich nicht?
Das wäre schade. Denn gerade die Geschichte rund um die Himmelsscheibe macht den Lauf zu einem Kompletterlebnis für Kopf und Körper.
Da gibt’s noch ganz viel Potential.