Schneeflöckchen – das Alternativprogramm zu guten Vorsätzen

Hallo 2016. Ich bin da. Es kann losgehen. Trotz Weihnachtsvorbereitungen sind im Dezember 109 km auf die Uhr gekommen und im Januar hat die App wenigstens 80 Kilometer gezählt. Alles gut. Kein Feiertagsspeck, keine Zipperlein. Das Projekt 2016 kann starten.

Im vergangenen Jahr war der Schneeglöckchenlauf in Ortrand mein erster Wettkampf. 2016 beginnt mit dem Wintermarathon in Leipzig.

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Irmgard, Conny, Rosa – Team Rico als Abkürzung unserer Vornamen

Am dritten Samstag des Januars laufen drei Menschen zusammen einen Marathon.

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Startschuss

Zusammen heißt zusammen und ist ernst gemeint. Nach jeder 5km-Runde überqueren die Drei gemeinsam die Zeitmessung. Der Letzte zählt.

Um ein Team zu finden, gibt es die Online-Börse. Jeder Interessent schreibt sich und seine Zielzeit ein. Alles andere fügt sich. So kam es, dass ich mit Irmgard und Conny an den Start gehe. Wir finden uns sofort und auch sympathisch und schon geht’s los. Wir hatten uns auf eine Zeit von 4:30 h geeinigt. Conny war im Flow. Wenn sie schneller lief, hat sie auf Irmgard und mich gewartet. Das war okay für sie.

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Noch 7 km

Nach jeder Runde gabs Tee, Wasser oder was jeder so brauchte und schon warteten die nächsten 5. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich. Asphalt, Sandboden, Schlick und Blättermatsch und wieder Asphalt. Immer nach 2,5 km gabs Musik auf die Ohren. Bei minus 1,5 Grad standen die Musiker eisern an der Läufer Seite. Klasse Motivationsschub bevor es über die Brücke Richtung Deich ging. Danach gibs in den Waldmatsch, auf die Straße und schon waren wir wieder an Start und Ziel. Die ersten vier Runden waren schnell gelaufen. Die zweiten sind anstrengender, die letzte kleine Runde sehr anstrengend. Doch Team ist Team. Da machste keine Gehpause. Auf der letzten Runde bedankt sich Irmgard bei den Musikern und allen Streckenposten. Ihre Stimme ist überhaupt nicht geschafft. Im Gegenteil. Auf den letzten zwei Kilometern fängt sie das Erzählen an. Etwa fünf Minuten vor Schluss ihr Geständnis. „Ich laufe sonst auch Ultras. Hab das nur nicht vorher gesagt …“ Das kleine Konditionsmonster ist 64 Jahre alt und läuft und läuft und läuft seit 35 Jahren. Respekt. Ich bin glücklich und geschafft im Ziel und hab mit Irmgard ein neues Vorbild.

Das Schneeflöckchen am hellblauen Band ist die Medaille. Unsere Teamzeit beträgt 4 Stunden 23 Minuten 59 Sekunden.

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83 Team hatten insgesamt gemeldet, so der Veranstalter auf Wintermarathon.de. Irmgard, Conny und ich haben Platz 62 belegt. Sie haben mich in ihre Mitte genommen. Tolles Gefühl. Fair, anspornend, sportlich vom Startschuss bis zur Ziellinie. Ich bin froh, die beiden nicht enttäuscht zu haben und 42 km Schulter an Schulter zu laufen, fetzt.

Von dem Kompliment „ohne euch wäre ich sicher langsamer gelaufen“, wollte Irmgard nichts hören. „Schließlich haben wir Dich nicht getragen. Laufen musste schon selbst.“

Wenn ich jetzt bis April in jeder Woche einen langen Lauf, also mehr als 25 km absolviere, sollte es in Boston ein super Marathon werden.

Auf geht´s.

Veröffentlicht von

Rosa Hauch

geboren 1963 in Ueckermünde und in manchen Dingen auch fischköppig geblieben, zwei Kinder, in Lebensgemeinschaft lebend, Journalistin, Dozentin Erwachsenenbildung, Diplomökonomin

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