31. Etappe: Das erste mal…ein Rezept exakt nachgekocht…naja fast

Es gibt ein neues, ganz anderes Frauenmagazin mit pechschwarzen Buchstaben drauf. Darin sind auch Rezepte enthalten. Sympathisch an diesen Rezepten ist, dass sie auch in den Mengenangaben darauf achten, dass der Mensch satt wird. Wenn schon kochen, dann richtig. Hauptthema des Heftes ist das erste Mal. Wovon auch immer. Also mach ich mir auch mal den Spaß und koche ein Rezept genau nach Anleitung. Das tue ich sonst nur beim Backen. Beim Kochen ist  das eine Herausforderung an die Disziplin und gegen Gewohnheiten. Das ist schon mal gut.

Auf geht’s. Einkaufen war easy. Nach nur zwei Geschäften war alles im Körbchen. Mein Experiment heißt Rinderrouladen mit fruchtiger Backpflaumen-Füllung. Und weil ich kein Schißhase bin, gleich für zwölf Personen. Wenn’s klappt, ist der Geburtstagsabendschmaus schon fertig, wenn nicht … ist im Protokoll nicht vorgesehen.

Die angegebenen drei Stunden Zubereitungszeit stimmen gewiss für acht Rouladen. Eine Stunde Vorbereiten, Schnippeln, Füllen, Rollen, Anbraten, in den Ofen schieben, zwei Stunden um selbigen herum scharwenzeln, ob´s auch klappt und Abrakadabra murmeln. Da ich einen dickeren Braten in der Röhre hatte, waren drei Stunden Garzeit angemessen. Wer keinen Deckel zum Bräter hat, kann auch doppelt Alufolie nehmen. Das geht auch.

Arbeitschritt1: Backpflaumen sehr fein würfeln, Pistazien grob hacken. Zwiebeln pellen und würfeln. Öl erhitzen, Zwiebeln darin glasig dünsten. Pflaumen und die Hälfte der Pistazien zugeben, kurz dünsten. Pfeffer und Salz hab ich hier weggelassen und das Öl durch Butterschmalz ersetzt.

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Arbeitsschritt2: Rouladen jeweils mit Salz und Pfeffer würzen, mit einem Teelöffel Senf bestreichen, eine Scheibe Speck drauf und einen Esslöffel der eben hergestellte Mischung aus Pistazien, Zwiebeln und Pflaumen auf dem unteren Drittel verteilen. Die Längsseiten der Roulade über die Füllung klappen und alles schön straff aufrollen. Ich habe Silikonstricke, Metallklammern und Fäden ausprobiert. Funktioniert alles sicher. Den Senf habe ich durch Pflaumen-Chutney ersetzt und auch hier das Salz weggelassen. Dafür gabs eine zweite Scheibe Speck. Das Rezept für das Chutney gibt’s beim Chefkoch.

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Arbeitsschritt3: Öl im Bräter erhitzen, die Rouladen fünf Minuten darin kräftig von allen Seiten anbraten und herausnehmen. Schmorgemüse anbraten, Tomatenmark dazu und mit Rotwein ablöschen. Den Wein komplett einkochen lassen. Danach die Rouladen dazugeben, etwa 500 ml Wasser aufgießen, drei Lorbeerblätter dazu und etwas Thymian, falls vorhanden.

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Arbeitsschritt4: Jetzt kommt alles in den Ofen, auf die unterste Schiene, bei 160 Grad, Ober- und Unterhitze.

Arbeitsschritt5: Die Rouladen aus dem Bräter nehmen, in ein passendes Gefäß legen, mit Alufolie bedecken und bei 80 Grad schön warm legen.

Arbeitsschritt6: Die Soße durch ein Sieb streichen und mit Sahne oder Speisestärke leicht binden.

Arbeitsschritt7: Staudenselleriegrün und restliche Pistazien kleinhacken und fürs Dekorieren und abschließende Topping bereithalten.

Arbeitsschritt8: Alles schön auf dem Teller anrichten, dazu Kartoffelknödel und Schmecken lassen.

Arbeitsschritte9-12: Lob einsammeln von allen, denen es hervorragend gemundet hat. Sich feiern lassen und den Tag genießen.

PS: Essen zu fotografieren, ist schwere Kunst. Oft schmeckt es besser als die Bilder es transportieren können. Auch das eine Premiere für mich, ein erstes Mal Schritt-für-Schritt Dokumentation.

Den Test hat das Rezept auf jeden Fall bestanden. Alles ist gut vorbereitet. Die Gäste können kommen.

Veröffentlicht von

Rosa Hauch

geboren 1963 in Ueckermünde und in manchen Dingen auch fischköppig geblieben, zwei Kinder, in Lebensgemeinschaft lebend, Journalistin, Dozentin Erwachsenenbildung, Diplomökonomin

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