21. Etappe: Sehr geehrter Herr Dr. Schweinehund

schweinehundIch gratuliere Ihnen herzlich zur Promotion. Das ist eine reife Leistung. Wie Sie das nur immer wieder pünktlich schaffen, genau zwischen zweidrittel und dreiviertel der geplanten Strecke oder des Trainings aus Ihrer Zauberkiste zu krabbeln. Respekt, mein Lieber.

Es gelingt Ihnen zuverlässig, einen großen Teil der Energie abzuzweigen und sie für das blitzschnelle Entwerfen der Pläne B, C, D bis Z zu nutzen.

Und die Präsenz. Sie sind nicht einfach nur leise und flüstern zaghaft Ihre Vorschläge über Stock und Stein. Nein. Sie dominieren mit einigen Dezibel mein Hirn, dass ich es immer hören muss. Wer hat Sie dazu eingeladen?

Ich wäre viel leichter und vielleicht sogar schneller fertig, wenn ich nicht damit zu tun hätte, auch noch Debaten zu führen. Wie wäre es mit in der Kiste weiterschlafen, Herr. Dr. Schweinehund?

Heute zum Beispiel. Sechs Runden Beutler-Park waren angesagt. Nach der dritten Runde winkt der Ringelschwanz und in der vierten wird jeder Schritt schwer, als wäre Blei im Schuh. „Du musst doch nicht bis ganz runter laufen. Bieg doch gleich hier ab. Die Runde gilt auch, wenn Du diese Steigung nicht nimmst.“ Herrschaftszeiten. Was da für eine Energie benötigt wird, innerhalb von nicht zu denkender Zeit gedacht zu werden. Neue Routen, neue Ziele, schneller in der Sauna, Beine lang und dösen.

Als ich in der sechsten Runde am letzten Anstieg war, konnte ich sogar noch mal Tempo machen.

Es war mir eine Ehre, Herr Dr. Schweinehund.

Hochachtungsvoll
ich

PS: Original-Schweinehunde gibts bei Dr. Stefan Frädrich

 

 

Veröffentlicht von

Rosa Hauch

geboren 1963 in Ueckermünde und in manchen Dingen auch fischköppig geblieben, zwei Kinder, in Lebensgemeinschaft lebend, Journalistin, Dozentin Erwachsenenbildung, Diplomökonomin

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