17. Etappe: Kein Team. Keine Challenge. Ein Perspektivwechsel.

7. Rewe Team-Challenge. Ob die „7“ Glück bringt? Fakt ist, es ist meine erste Challenge als Zuschauer. Kein Team. Keine Challenge. Noch so ein Ding, was ich üben muss. Die Therapie dafür heißt paradoxe Intervention. Ich geh zum Jubeln hin.

Und, gar nicht paradox, es hat geholfen. Siggi, der Punkt geht an Dich.

Fünf Kilometer haben es in sich. Die einen sind im Ziel noch gar nicht richtig warm, die anderen kurz vorm Zusammenbruch. Verbissene Gesichter, lachende Gesichter, winkende Menschen, hyperkonzentrierte Menschen, die erst kurz vorm Stadioneinlauf die Ohrstöpsel entfernen. Bei manchen sitzt der Schweinehund nahezu sichtbar auf den Schultern, andere sind stolz. Läuft.

Führungsfahrzeug
Führungsfahrzeug

Läuft sehr inspirierend bei der Diakonie. Als acht Menschen im blauen Shirt Richtung Stadion laufen, haben sie eine unglaublich starke Ausstrahlung. Sie lachen, sie wirken stolz. Sie gehören zusammen und zeigen das auch. Auf dem Rücken hat jeder einen großen Buchstaben der DIAKONIE. Sie tragen ihr Kreuz gemeinsam. Hammer. Keine Ahnung, wie oft sie sich im Alltag streiten und ob einer den anderen lieber von hinten sieht. Nicht in diesem Moment. Und wenn es so wäre, kommt der Moment beim nächsten Mal genau diesen Moment später. Team-Challenge.

Auch die Infinions haben mich beeindruckt. Im grünen Reinraum-Rennoutfit sind bis auf einen Läufer alle in der 28. Minute in einer grünen Wolke über den Zielstrich gelaufen. Das sind keine Turnbeutelvergesser, diese Turnbeutelläufer. Das ist ein Team. Zumindest haben sie das für die Zuschauer präsentiert. Apropos Reinraum, man kann ja nie reinschaun, was die Leute sonst noch bewegt. Doch es ist bewegend, wenn die Schnellen auf die Langsameren warten, um gemeinsam einzulaufen.

Das hab ich als Zuschauer von der Jubeltruppe so das erste Mal erleben dürfen. Und ich habe die gesehen, die ich für mein Team hielt. Jeder für sich und alle im Run um die Bestzeiten. Die Diskussionen am nächsten Tag, wer war wie schnell, waren wichtiger, sind wohl immer noch wichtiges Teamerlebnis.

Challenge accept.

Veröffentlicht von

Rosa Hauch

geboren 1963 in Ueckermünde und in manchen Dingen auch fischköppig geblieben, zwei Kinder, in Lebensgemeinschaft lebend, Journalistin, Dozentin Erwachsenenbildung, Diplomökonomin

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