10. Etappe: Ich schenke mir einen Marathon

Ehrenpokal für die Väter des Citylaufes
Die Väter des Citylaufes erhalten einen Ehrenpokal

Ü30 häuft sich der Gedanke: „Ich schenke mir einen Marathon“. Es ist unübertroffen die beste Idee, sich Respekt zu erweisen, selbigen einzufordern, eine Rechnung zu begleichen, und sei es die mit dem Schweinehund und es ist ein sehr guter Weg, dem Leben Danke zu sagen.

Jeder hat dann so seinen Termin und seinen Plan. Hat man sich einen Lauf am Wohnort ausgesucht, ist es ratsam, Etappen der Strecke schon mal zu laufen. Beim OEM von Königstein nach Dresden z.B. sind die ersten zehn Kilometer bis Wehlen recht hügelig. Diese Hügel sollte man schon mal gespürt haben, um nicht zu erschrecken. Danach bleibts flach und wird nur noch lang und länger. So ein Stückchen an der Elbe entlang zu laufen, ist auch nicht verkehrt. Der Gegenwind ist immer da und dann hat man sich auch darauf vorbereitet. Ist das Blaue Wunder passiert, beißt man am besten die Strecke in ganz kleine Häppchen, um nicht sein eigenes blaues Wunder zu erleben. Jeder angerissene Kilometer zählt. Nur noch acht, sieben, sechs, fünf, … . Fünf Kilometer sind doch ein Klacks. Da ist man ja noch nicht mal richtig warm. Für so ein paar Minuten lohnt sich ja das Umziehen nicht. Dann kommen die letzten zwei Kilometer. Fertigmachen für die Fotopose. Die B-Note muss stimmen. Und dann die letzten Meter genießen. Am liebsten in Zeitlupe. Sie sind so schnell vorbei. Alles ist super. Du hast das Lächeln ins Gesicht getackert. Von Ohr zu Ohr grinst es sich ins Stadion, links und rechts bei den Zuschauern bedanken und eine weiche Stadionrunde genießen.

Zeit, Medaille, Verbeugen, Fertig. Neuer Plan.

Beim OEM könnte es zwischenzeitlich für mancheinen Geschmack zu viel Landschaft und zu wenig Mugge sein. Um so wirkungsvoller ist die Stimmung an den Verpflegungsstationen. Ich liebe Live-Musik an der Strecke. Zur Not tuts auch ein lautes Radio. Selbst verkabelt möchte ich allerdings  nicht sein. Stöpsel im Ohr geht gar nicht. Zu viel Gegend allerdings auch nicht.

Anna und Lisa Hahner haben für ihre Läufe Playlisten im Kopf. Nur im Kopf und nicht als Knopf im Ohr. Damit teilen sie sich die Strecke ein. Das haben sie in der Schauburg während ihres Motivationsvortrages verraten. Doch als eine von beiden im gut besuchten Sergio Leone Saal meinte, „so ein Marathon dauert zweieinhalb Stunden“, wurde es erst still und dann kam ein tiefes hohoho aus allen Reihen….“oder eben länger“, hieß es dann. „Ihr bringt mich ja total raus….“

liegestütz playlist rad

Lange Läufe im Training bereiten Dich auf Deinen Marathon vor. Lang meint 30 Kilometer. Vergiss auch nicht, Deinen Rumpf im Ganzen zu trainieren. Liegestütze machen Spaß, wenns eine nussige Belohnung gibt, so wie bei den HahnerTwins. Sie essen viele Nüsse. Je härter die Schale, umso gesünder der Kern.

Aufstehen, 40 Liegestütze, Zähneputzen, Duschen und kalt Duschen. Das passt in jeden Tag hinein. Und Dein Körper dankt es Dir mit Durchhalten und gesund bleiben.

Wenn es möglich ist, so wie oben erwähnt, schon mal ein Stück der Strecke zu laufen, wirst Du Dich beim Marathon daran erinnern, dass Du an diesem Kilometer noch ganz frisch warst. Und schon fällt es leichter. Verars… kann ich mich alleine. Ja, gerne. Solche kleinen Tricks setzten Erinnerungspunkte, die Dir dann auf der langen Strecke extra-Energie schenken. Lenk Dich ab unterwegs. Spiel irgend etwas. Jeder Gullideckel verleiht Schwung, jeder Pflasterstein nimmt Krämpfe weg. Fantasie ist gefragt, die lockere Beine verschafft.

In vier Wochen gehts los beim OEM. Der Löwenanteil des Trainings ist geschafft. Jetzt kommt der Spaß. Mit jeder Woche mehr und wenn der Startschuss fällt, schluckste den Kloß im Hals runter und auf gehts.

 

Veröffentlicht von

Rosa Hauch

geboren 1963 in Ueckermünde und in manchen Dingen auch fischköppig geblieben, zwei Kinder, in Lebensgemeinschaft lebend, Journalistin, Dozentin Erwachsenenbildung, Diplomökonomin

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